"Ein Statement setzen, das ist uns wichtig"

Schüler*innen der IGS Nordend und der Kasinoschule Höchst haben sich dies zur Aufgabe gemacht. 

Am Mittwoch, 07. Juli 2021 sowie am Do., 07. Juli 2021 besprühten wir einen Bauzaun in der Nähe der Frankfurter Zeil. Die Worte "Racism" und "Diversity" standen im Vordergrund. Doch wir wollen nicht gegen Rassismus ankämpfen. Jede*r soll so akzeptiert werden, wie sie *er ist. Dies machten wir klar, indem wir die "Pride" Flagge in unseren Graffitis integrierten. Auch zwei Hände sind zu sehen.

Film Nabilath

Mit der Hilfe von Justus Becker, Aisha Camara, Shoo aber auch den Lehrerinnen der beiden Schulen, kreierten wir Schüler*innen etwas ganz Tolles, worauf wir unglaublich stolz sein können.

Das Graffiti der Schüler*innen des 10ten Jahrgangs der Kasinoschule Höchst und der IGS Nordend mit dem Statement gegen Rassismus und für Vielfalt wird auf dem Bauzaun in der Allerheiligenstraße (Ecke Lange Straße) noch bis in den Herbst zu sehen sein.

Nabilath 9a

 

 

 

 

 

Aufstehen gegen Rassismus. Ein Jahr nach dem Attentat in Hanau ...

Wir sind eine Gruppe von 16 Schüler*innen, zwei Lehrerinnen und einem Schulsozialarbeiter, die sich gegen Rassismus einsetzen. 

Wir besuchen den 9. Jahrgang der IGS Nordend, einer integrierten Gesamtschule in Frankfurt am Main. Wir sind zwischen 14 und 15 Jahre alt. Nach den Anschlägen in Hanau haben wir uns zusammengefunden, um über das Thema Rassismus zu sprechen. Wir wollen Schüler*innen und Lehrer*nnen darüber informieren, wie man Rassismus erkennen und bekämpfen kann. 

Vor allem wollen wir nicht, dass die Opfer rassistischer Anschläge in Vergessenheit geraten. Wir setzen uns für eine diskriminierungsfreie Schule ein, wünschenswerterweise in allen Lebensbereichen, und stehen für Zusammenhalt, Menschenrechte und Gleichheit

Diesen Podcast haben wir zum Jahrestag der rassistischen Morde in Hanau mit Unterstützung der Bildungsstätte Anne Frank erstellt. Er enthält Texte mit persönlichen Gedanken von Teilnehmer*innen unserer Gruppe zu dem Thema Rassismus. Vielen Dank allen, die Texte und Musik hierzu beigetragen haben und an die Bildungsstätte Anne Frank für den Impuls sowie die technische Unterstützung für diesen Podcast.

 

 

Wir solidarisieren uns mit den Forderungen der Angehörigen der Opfer des 19. Februar 2020 sowie der "Initiative 19. Februar Hanau" und veröffentlichen hier ihre Plakate.

 

 

 

 

Bereits am 19.11.2020 haben wir den Aktionstag #saytheirnames in der IGS Nordend organisiert. Weitere Texte sowie eine Literaturliste zum Thema "Rassismus" finden sich auf dieser Internetseite.

 

 

#SayTheirNames - Aktionstag gegen Rassissmus

Download dieses Bildes als pdf. Die einzelnen Portraits findet sich bei der Initiative 19. Februar: https://19feb-hanau.org/material/ 

 

Liebe Schulgemeinde,

am 19.11. hatten wir eigentlich ein zweites Bornheimer Dach geplant, diesmal zum Thema "Rassismus". Leider kann diese Veranstaltung aufgrund der gegebenen Umstände nicht stattfinden, was wir sehr bedauern.

Dennoch möchten wir am kommenden Donnerstag an die Opfer der rassistischen Gewalt in Hanau gedenken, genau 9 Monate nach dem Anschlag.

 

Wir sprechen uns aus für eine Schule gegen Rassismus und für ein solidarisches Miteinander!

 

Ferhat Unvar, einer der Ermordeten, schrieb am 17. Oktober 2015: „Tot sind wir erst, wenn man uns vergisst“. Lasst uns gemeinsam gedenken und nicht vergessen!

Daher möchten wir euch aufrufen gemeinsam als Schulgemeinde am Donnerstag, den 19.11. um 11:15 Uhr eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer einzulegen.

Eine Auflistung der Namen der Getöteten wurde von einem Teilnehmer der AG aufgesprochen.  Nach einer kurzen Einführung können sich die Namen der Opfer angehört werden. #saytheirnames

 

 

 

Schüler*innen der AG hatten Texte zu den Morden in Hanau geschrieben. Zwei dieser Text können hier gehört werden.

"Ein Text zu Hanau" von Nabilath

Dieser Text kann hier gelesen werden oder als pdf Datei herunter geladen werden.
Dieser Text ist u.a. in der September 2020 Ausgabe des Magazins qrage abgedruckt. Download hier!

 

"Wir sind keine Fremden" Teil 1 von Noyan

 "Wir sind keine Fremden" Teil 2 von Noyan

 

Dieser Text kann hier gelesen oder als pdf herunter geladen werden.
Dieser Text ist u.a. in der September 2020 Ausgabe des Magazins qrage abgedruckt. Download hier!

 

 

Die AG hat außerdem eine Liste mit Literatur-, Film- und Instagram-Empfehlungen zusammengestellt, die hier als pdf heruntergeladen werden kann.

Wir freuen uns über Rückmeldungen, weitere Texte, Gedanken und vor allen Dingen, wenn ihr alle mitmacht und Rassismus keinen Platz gebt, denn das schaffen wir nur zusammen!

 

In diesem Sinne, solidarische Grüße

AG_Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage

 

 

Webinar mit der Bildungsstätte Anne Frank zum Thema „Wir reden über Hanau.“

Wann/Wo/Wie/Mit wem fand das Webinar statt?

Das Webinar »Reden über Haunau« fand am 03.04.2020 von 15:00 - 16:30 Uhr statt. Eingeladen dazu hatte die Bildungsstätte Anne Frank in Form eines Zoommeetings. Frau Kidane, Klassenlehrerin der 8c und Frau Vialba-Weinberg, Klassenlehrerin der 8a, hatten per Mail Schülerinnen und Schüler des 8.Jahrgang der IGS-Nordend, per Mail gefragt, wer Interesse hat, teilzunehmen. Die Teilnehmer*innenzahl war auf 12 Schüler*innen begrenzt. Von der Bildungsstätte Anne Frank waren Herr Fischer und Frau Krieg als Moderator*innen dabei.

Worum ging es im Webinar? Bezug zu Hanau: Was ist da genau passiert?

Worum ging’s:

In der Nacht vom 19. Februar 2020 hatte ein 43-jähriger Mann in zwei Bars und einem Kiosk in Hanau geschossen. Dabei wurden neun Menschen getötet und sechs verletzt. Stunden nach der Tat hatte die Polizei den mutmaßlichen Täter und seine Mutter tot in seiner Wohnung gefunden. Laut der Polizei soll er auch seine Mutter getötet haben. (Quelle, Hessenschau + ZDF-LOGO)

Es war ein gezielter Angriff auf Menschen mit ausländischen Wurzeln. Neun der Toten hatten ausländische Wurzeln - das heißt, entweder sie selbst oder jemand aus ihrer Familie kam ursprünglich aus einem anderen Land. Zwei Türken, einer war Bulgare, einer Rumäne, einer Bosnier-Herzegowiner und einer besaß die deutsche und afghanische Staatsangehörigkeit. Der Täter hinterließ Videobotschaften und ein Schreiben mit rassistischem Inhalt.

Wie war das Webinar für dich?

Das Webinar war gut für mich, denn es ist nicht so einfach über Rassismus zu sprechen. Ich denke eigentlich oft, „müssen wir überhaupt noch über Rassismus reden", denn in meinem Freundeskreis oder in meiner Klasse, so glaube ich zumindest, gibt es so etwas nicht. Aber dann passiert so etwas wie in Hanau, so nah, quasi direkt vor der Haustür. Mein erster Gedanke war »hoffentlich war es kein geflüchteter Mensch, der diesen Anschlag verübt hat, denn sonst wächst die Ausländerfeindlichkeit und die AFD bekommt noch mehr Stimmen«. Dann war relativ schnell klar, dass es ein rassistisch motivierter Anschlag war. Wie kommt jemand auf die Idee, jemanden nur wegen seiner Herkunft zu hassen und sogar zu töten? Wir haben uns im Webinar dann weniger mit dem Anschlag an sich, sondern mit rechter oder rassistischer Hetze allgemein beschäftigt. Wie man sie erkennt und benennt und wie man dagegen vorgeht. Man muss, auch oder besonders im privaten Umfeld, ganz klar Position beziehen und lernen sich dazu richtig auszudrücken. Das ist nicht so einfach.

Würdest du das Webinar weiterempfehlen?

Auf jeden Fall, denn es ist gut und spannend mit gleichaltrigen und auch mit den Leuten von der Bildungsstätte darüber zu reden. Die haben das wirklich gut gemacht, sich viele Fragen ausgedacht und Beispiele vorbereitet, z.B. wie sich eine Stimmung langsam hochschaukeln kann, schleichend, und andere Menschen damit anstachelt (die AFD hatte bspw. im Vorfeld auf Plakaten extrem gegen Shishabars gehetzt). 

Warum ist es wichtig über die angesprochenen Themen im Webinar zu sprechen?

Rassismus schon in den Anfängen erkennen und klar benennen ist gar nicht so einfach. Bei genauerem Nachdenken, ist er auch schon mir begegnet. Auch im Nordend findet man manchmal an Laternenpfählen Aufkleber die Refugees NICHT willkommen heißen. Rechte Ideologien gehören oftmals noch zur Lebenswelt von Jugendlichen und begegnen ihnen sogar in der Schule. Der Tod von Georg Floyd in den USA zeigt, dass das Thema hochaktuell ist, und wir alle mithelfen müssen, dass rechte Ideologien keinen Platz haben in der Gesellschaft.

Meine eigenen Gedanken:

Ich fand gut, dass unsere Schule direkt nach dem Anschlag Position bezogen hat und unsere Schulleiterin eine Mail geschrieben hat, dass dort kein Platz für Rassismus ist. Auch mein Lieblingsverein, die Eintracht Frankfurt bezieht immer wieder klar Position gegen Rassismus, und sagt Vielfalt bereichert und das ist toll. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass immer mehr Leute oder Unternehmen oder Institutionen laut sagen, dass Rassismus hier nichts zu suchen hat und nicht geduldet wird.

Verfasst von: Johann Wächter, Klasse 8c

 

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Einfach mal reinschauen!