IGS Nordend Frankfurt

Stand 2013/14

 

Was leitet uns in unserer Arbeit?

Die Persönlichkeit jedes Kindes zu stärken, seine Individualität anzuerkennen und zu fördern und es zu einem gemeinschaftlich denkenden und handelnden Menschen zu erziehen, hat für uns Priorität.

  • Wir begegnen allen Schülerinnen und Schülern und Eltern mit Wertschätzung und sorgen dafür, dass eine Atmosphäre entsteht, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt und der Akzeptanz und der bewussten Annahme der Unterschiede.
  • Wir verpflichten uns, Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Begabungen gemeinsam zu fördern.
  • Unser Ziel ist es, allen SchülerInnen am Ende ihrer Schulzeit einen für sich passenden Abschluss an einer weiterführenden Schule oder die Arbeitswelt zu ermöglichen.
  • Wir gehen von der Idee lebenslangen Lernens aus und wollen uns selbst immer wieder als Lernende erfahren. In diesem Sinne wollen wir unsere Schule ständig weiterentwickeln.
  1. Wie arbeiten wir in der Schulgemeinde zusammen?

                Das oberste Prinzip: Wir sind eine Teamschule.

  • Jedes Team besteht in der Regel aus 8 LehrerInnen, oft zwei IntegrationshelferInnen und einem/r LehramtsanwärterIn in einer multiprofessionellen Zusammensetzung. Diese Personen sind weitestgehend in ihrem Team tätig.
  • Jede Klasse hat eine Klassenlehrerin und einen Klassenlehrer.
  • Jedes Team wählt eine Person als Teamsprecher, die  sich einmal wöchentlich mit den anderen TeamsprecherIn bzw. Teamsprecherinnen trifft und sich ebenfalls mit der Schulleitung austauscht.
  • Jeden Mittwoch von 14.45 - ca. 17.00 Uhr findet eine Teamsitzung statt. Hier werden organisatorische Aspekte, aktuelle Probleme und pädagogische Entwicklungen besprochen.
  • Alle Teams haben in der Regel Supervision, die von den Teammitgliedern selbst bezahlt wird.
  • In jedem Jahrgang sind zurzeit 2 Integrationsassistenten, die direkt einem oder zwei Kindern mit Anspruch zugeordnet sind.
  • In allen Arbeitsgruppen (SEB, Schulentwicklungsgruppe, Gesamtkonferenzen etc.) gibt es das Ritual „Berichte aus den Teams“ zu Beginn. Dies dient der Transparenz bezüglich der Themen der anderen Jahrgänge.
  • Die Förderschulllehrkräfte treffen sich wöchentlich zu einer Förderpädagogikkonferenz zur Koordination und inhaltlichen Weiterentwicklung. Eine Sprecherin dieses Gremiums bringt die besonderen Belange einmal im Monat in die Schulleitungssitzung ein.
  • Die Eltern und SchülerInnenvertretung sind über die Gremien, aber auch im direkten Kontakt an der Unterrichtsentwicklung beteiligt.

III.          Wie gestalten wir die Zusammenarbeit mit schulischen und regionalen Partnern?

     Elternmitarbeit:

  • Es finden regelmäßig Teamelternabende der Elternbeiräte mit den Jahrgangsteams statt.
  • Der Schulelternbeirat (SEB) trifft sich 5-6mal jährlich und diskutiert immer auch pädagogische Entwicklungen der Schule.
  • Monatlich trifft sich der Förderverein.
  • Es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und SEB-Vorstand.
  • Jährlich findet ein Elternsprechtag statt. Beratungsgespräche 
  • Es besteht eine enge Bindung zwischen Eltern und den Klassenlehrerinnenteams.
  • Zu Beginn des 2. Halbjahres und zum Ende des Schuljahres finden regelmäßig Beratungsgespräche statt.
  • In Einzelgesprächen beraten die Lehrkräfte die Eltern der einzelnen Kinder.
  • Kooperation im Stadtteil:
  • Alle Jugendliche im Jahrgang 8 nehmen in Zusammenarbeit mit dem Stadtteil AK am Projekt „Schwellen runter“ teil. Die verschiedenen Beratungsstellen und
  • Freizeiteinrichtungen des Stadtteils stellen sich jährlich in der Schule vor (in Kooperation mit einer weiteren IGS) und werden dann von den SchülerInnen erkundet.
  • Zusammenarbeit mit der ALTANA Kulturstiftung: Zusammenarbeit mit bildenden Künsten, der Forsythe Company, dem Ensemble Modern, verschiedenen SchriftstellerInnen und Schauspielern des Schauspiels Frankfurt. Alle SchülerInnen des Jahrgangs 8 arbeiten an einem Tag in der Woche an den Inhalten Tanz, Musik, bildende Kunst und kreatives Schreiben.

Weitere Kooperationspartner:

-              VAE: Verein Arbeits- und Erziehungshilfe e.V.

-              CeBeeF: Club Behinderter und ihre Freunde e.V.

-              Praunheimer Werkstätten

-              Caritas

-              English Theatre

-              Büro Aktiv

-              Freiwilligenagentur

-              TG Bornheim

-              Kinderschutzbund

 

  1. Wie gestalten wir das gemeinsame Lernen im Unterricht?

Es besteht ein intensiver Kontakt zu den Grundschulen. Die Klassen werden gezielt zusammengesetzt. Hierbei werden in aller Regel Gruppen und nicht Einzelkinder aufgenommen.

Zu Beginn des Jahrgangs 5 werden die Kompetenzen mit Eingangstest erfasst, an denen der Unterricht anknüpft.

Ziele für den täglichen Unterricht:

  • Die Lehrkräfte haben genaue Kenntnis über den Leistungsstand der Kinder.
  • Der Unterricht wird differenziert und individualisiert gestaltet. Die Anforderungen und ihre Arbeitsmaterialien werden dem Schüler/ der Schülerin und der jeweiligen Lernstufe angepasst. Methodenvielfalt von offenen Unterrichtsformen bis hin zu gelenktem Unterricht ist hierbei nötig.
  • Selbstständige und eigenverantwortliche Lernprozesse werden initiiert. Als wesentlicher Bestandteil wirkt hier das selbstorganisierte Lernen (SOL).
  • Alle SchülerInnen erreichen einen Schulabschluss oder eine Zugangsberechtigung für eine weiterführende Schule.
  • Die SchülerInnen entwickeln eigene Interessen, gehen diesen in einem Lernprozess selbstorganisiert nach und können ihre Ergebnisse anderen präsentieren.
  • Über demokratische Mitwirkungsmöglichkeiten (Morgenkreis, Klassenrat, SV) sollen die SchülerInnen zu gesellschaftlicher Teilhabe geführt werden.
  • Das Prinzip Lernen durch Lehren wird häufig angewendet und führt zu einem schülerorientierten Unterstützungssystem.

Selbstorgansiertes Lernen (SOL):

  • findet in allen Jahrgangsstufen verbindlich mindestens 4 Stunden in der Woche statt.
  • Die Lehrperson ist Lernbegleiter und hat viel Zeit für den  einzelnen Lernenden.
  • Tempo und Inhalt können individuell ausgewählt werden.
  • Während des SOL-Unterrichts sind im Jahrgang alle Türen offen. Die SchülerInnen können sich den Arbeitsort frei wählen (Flur, Treppenhaus, Klassenzimmer).
  • Anfang sowie Ende sind immer ritualisiert (log in: Blick auf die anstehende Woche und Planung – log out: Präsentation einzelner Wochenergebnisse).
  • Über die Führung eines Logbuches wird die Arbeit dokumentiert und reflektiert.

Rhythmisierung:

  • Vor der ersten Stunde gibt es einen offenen Anfang (7.30 Uhr – 8.30 Uhr). Dreimal in der Woche wird hier den SchülerInnen eine freiwillige Lernzeit angeboten. Hierbei können sie sich bei Hausaufgaben und Lernprozessen unterstützen lassen. Gleichzeitig gibt es auch eine ganze Reihe verschiedener offener, kreativer Angebote (z.B. Musik, Bewegung etc.).
  • In der einstündigen Mittagspause können die Kinder neben bzw. nach demMittagessen unter verschiedenen offenen Angeboten wählen oder den anliegenden Park aufsuchen.
  • Der Unterricht findet fast immer in 90min-Blöcken statt.
  • Nach der 6. Stunde um 14.30 Uhr werden täglich unterschiedliche Arbeitsgemeinschaften angeboten.
  • In den Jahrgängen 8-10 gibt es jeweils einen Projekttag.

 

                Feedbackkultur:

Statt Noten im Arbeits- und Sozialverhalten erhalten die SchülerInnen zweimal im Jahr eine ausführliche, schriftliche Rückmeldung zu diesen Bereichen.

 

  1. Wie sind wir ausgestattet?
  • Insgesamt besuchen rund 600 Schülerinnen und Schüler die Schule von Jahrgangsstufe 5–10.
  • Die Schule ist als Teamschule aufgebaut: Auf jedem Stockwerk ist ein Jahrgang mit Teamraum und einem großen bzw. zwei kleineren Differenzierungsräumen. Pro Jahrgang gibt es ca. 100 Kinder und Jugendliche auf vier Klassen verteilt. In den inklusiven Jahrgängen können bis zu 108 Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden.
  • Jede Klasse hat eine Klassenlehrerin und einen Klassenlehrer.
  • Die Schule ist barrierefrei (Rampen, Aufzüge).
  • An der Schule unterrichten im Schuljahr 2013/2014 rund 60 Lehrkräfte, davon 9 FörderschullehrerInnen.
  • Es gibt „Jugendhilfe in der Schule“, die von 2 Personen der Caritas als Träger durchgeführt wird.
  • Für die SchülerInnen mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung besteht ein Therapieangebot der VAE im Haus: Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie.
  • Im Schuljahr 2013/2014 werden 49 SchülerInnen mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung unterrichtet. Davon werden 26 mit dem Anspruch auf sonderpädagogischen Förderbedarf Lernen unterrichtet, 6 mit dem Anspruch Sozial Emotional, 2 mit dem Anspruch Sehen, 6 mit dem Anspruch Geistige Entwicklung und 9 SchülerInnen mit dem Anspruch Körperlich-Motorische Entwicklung. Hierzu steht eine Zuweisung für Inklusive Beschulung von ca. 200 Stunden zur Verfügung.
  • Eine Schülerbibliothek ist vorhanden und von 10.00-14.30 Uhr geöffnet.

 

 Der Ganztag ist rhythmisiert:

07.30 – 08.30 Uhr Offener Anfang mit vielfältigen Angeboten

08.30 – 12.00 Uhr Unterricht (1.-4. Stunde)

10.00 – 10.30 Uhr halbstündige Pause

12.00 – 13.00 Uhr Pause mit Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen und vielfältigen Angeboten

13.00 – 14.30 Uhr Unterricht (5./6. Stunde)

15.00 – 16.30 Uhr freiwillige AG-Angebote

 

Es gibt eine Mensa in der täglich frisch gekocht wird. Die Mittagspause darf im anliegenden Park verbracht werden.

 

  • Jede Woche finden Jahrgangskonferenzen statt, etwa jede zweite Woche Fachkonferenzen. Gesamtkonferenzen finden ca. 4-mal jährlich statt. Außerdem gibt es regelmäßige fachliche Impulse von außen, die ausführlich in der Schulgemeinde diskutiert werden.
  • Alle Teams nehmen regelmäßig an Supervision teil.
  • Eine Schulentwicklungsgruppe entwickelt kreative Ideen für die schulische Weiterentwicklung und initiiert den Einstieg in deren Umsetzung.

Die fachliche Weiterentwicklung findet in Gruppen statt, die sich in der Regel aus einer Lehrkraft  aus jedem Jahrgang zusammensetzen.

 

  1. Wie setzen wir Ressourcen ein?
  • Die inklusiven Jahrgänge 5 und 6, in denen 13 bzw. 12 SchülerInnen mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung unterrichtet werden, sind organisatorisch in zwei Verbünde unterteilt. Diese Verbünde haben eine fest geplante sonderpädagogische Doppelabdeckung und 8 Stunden, die flexibel eingesetzt werden. Dabei ist der Unterricht in Mathematik und Englisch auf Band gelegt.
  • In den Jahrgängen 6-9 ist jeweils 2 Klassen eine Förderschullehrkraft mit 18 Stunden zugeordnet, die auch Klassenlehrerfunktion hat.
  • Die Jahrgangsteams erstellen ihre Stundenpläne selbstständig, nach vorheriger Absprache der Deputate mit der Schulleitung.
  • Aufgabe der Schulleitung ist es, die Jahrgänge in ihrer pädagogischen Entwicklung zu unterstützen.

Die offene Ganztagsschule nach Profil 2 ermöglicht einen flexibleren Einsatz der   sonderpädagogischen Stunden für exklusive Angebote für SchülerInnen mit Anspruch. Innerhalb der LehrerInnenzuweisung für den Bereich Ganztagsschule wurde eine Stelle in Geld umgewandelt, mit der auch externe KursleiterInnen bezahlt werden können.

VII.         Wie erfolgreich sind unsere Schülerinnen und Schüler?

  • Rund 65-85% aller SchülerInnen wechseln in die gymnasiale Oberstufe und sind dort in der Regel erfolgreich.
  • Rund ein Drittel aller SchülerInnen schließt mit dem Realschulabschluss ab.
  • Rund 15 % aller SchülerInnen verlassen die Schule mit einem Hauptschulabschluss.
  • Von den SchülerInnen mit Anspruch auf sonderpädagogischen Förderbedarf Lernen, erreichte in der Vergangenheit gut die Hälfte einen Hauptschulabschluss.
  • Es werden alle SchülerInnen immer in die nächste Klassenstufe versetzt. Bei deutlichen Schwierigkeiten werden individuelle Fördermöglichkeiten entwickelt.

VIII.       Welche Angebote machen wir interessierten Kolleginnen und Kollegen?

  • Hospitationsmöglichkeit für Steuergruppen und Kollegien anderer Schulen
  • Wir können zu Pädagogischen Tagen anderer Schulen eingeladen werden, um Aspekte unseres inklusiven Schulkonzepts vorzustellen.
  • Einzelberatung für andere Schulen
  • Halbjährliche Informationsveranstaltung für eine Gruppe Referendare des Offenbacher Studienseminars zum Thema Teamschule und Inklusion
  • Öffentliche Veranstaltungsreihe zu bildungspolitischen und kulturellen Themen
  • Gäste sind herzlich willkommen. Näheres auf der Homepage unter „Kontakt“.